Heim > Nachricht > Microsoft erhöht Xbox-Preise angesichts prognostizierter Preiserhöhungen für PlayStation
In den letzten Wochen haben große Konsolenhersteller erhebliche Preisanpassungen vorgenommen. Microsoft hat die Preise für seine Xbox Series-Konsolen und zahlreiche Zubehörteile weltweit erhöht und gleichzeitig bestätigt, dass AAA-Spiele ab dieser Weihnachtssaison 80 US-Dollar kosten werden. Diese Maßnahmen erfolgten kurz nachdem PlayStation regionale Preiserhöhungen für Konsolen vorgenommen und Nintendo die Preise für Switch-Zubehör angepasst und gleichzeitig ein eigenes Spiel für 70 US-Dollar angekündigt hatte.
Die Auswirkungen der Zölle auf Gaming-Hardware sind unbestreitbar und haben zu einer Welle von aufeinanderfolgenden Preisankündigungen geführt, die die Verbraucher überfordern könnten. Um diese Marktveränderungen nach der Ankündigung von Xbox besser zu verstehen, haben wir Branchenanalysten zu den weiterreichenden Auswirkungen, den prognostizierten Gaming-Kosten im kommenden Jahr und der allgemeinen Lage der Gaming-Branche befragt. Beruhigend ist, dass keine der großen Plattformen oder Gaming-Ökosysteme vom Zusammenbruch bedroht zu sein scheint.
Die weniger erfreuliche Realität ist jedoch, dass die Ausgaben für Spiele – wie auch für die meisten Konsumgüter – deutlich steigen werden.
Unsere ersten Fragen an die Analysten konzentrierten sich darauf, warum Microsoft gerade diesen Zeitpunkt für solch erhebliche Preisanpassungen gewählt hat. In den Antworten wurde einstimmig die Zölle als Hauptgrund genannt, wenn auch nicht als einziger Faktor. Die anhaltenden Steigerungen der Herstellungskosten und die schwankende Zollpolitik von Präsident Donald Trump haben zu volatilen Bedingungen für in Asien hergestellte Hardware geführt.
„Da Xbox-Konsolen in Asien hergestellt werden, waren diese Preisanpassungen unvermeidlich“, bemerkte Dr. Serkan Toto von Kantan Games. Er wies darauf hin, dass Microsoft den Zeitpunkt der Ankündigung strategisch während der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit gewählt habe, um die Änderungen weltweit und nicht schrittweise umzusetzen und so die Gegenreaktion der Verbraucher zu minimieren.
Joost van Dreunen, Professor an der NYU Stern und Branchenanalyst, bezeichnete den Ansatz von Microsoft als „das Pflaster schnell abreißen“ – umfassende Preisanpassungen für Hardware, Abonnements und Software gleichzeitig umsetzen, um einen einzigen Nachrichtenzyklus zu überstehen und gleichzeitig die Wettbewerbsposition zu erhalten.Andere Analysten gingen näher auf den Zeitpunkt der Entscheidung ein. Manu Rosier von Newzoo hob hervor, dass die Ankündigung der Änderungen lange vor der Weihnachtszeit Partnern und Verbrauchern die Möglichkeit gibt, sich darauf einzustellen. Rhys Elliott von Alinea Analytics erklärte, dass digitale Inhalte zwar weiterhin zollfrei bleiben, die erhöhten Softwarepreise jedoch dazu beitragen, die steigenden Produktionskosten für Hardware auszugleichen.
„Microsoft reißt das Pflaster ab, anstatt sich mit tausend kleinen Schnitten zu quälen.“
Piers Harding-Rolls von Ampere Analytics lieferte zusätzliche Hintergründe und verwies auf makroökonomische Faktoren wie anhaltende Inflation und Herausforderungen in der Lieferkette. Er stellte außerdem fest, dass die Preise von Microsoft auch nach der Erhöhung wettbewerbsfähig blieben, da die Einstiegsversion der Series S immer noch 70 Dollar unter dem Preis der Nintendo Switch 2 liegt.
Die drängende Frage: Wird PlayStation mit ähnlichen Preisanpassungen nachziehen? Die Analysten sagten dies mit überwältigender Mehrheit voraus. Elliott zeigte sich besonders zuversichtlich, dass ein Preis von 80 Dollar für Spiele zum Industriestandard werden wird.
„Die ersten Kaufmuster zeigen, dass Millionen von Menschen bereit sind, für den Zugang zu exklusiven Inhalten einen höheren Preis zu zahlen“, so Elliott. Er geht davon aus, dass der Preis von 80 Dollar zunächst auf treue Fans abzielt, bevor er schrittweise gesenkt wird, um ein breiteres Publikum anzusprechen.
Daniel Ahmad von Niko Partners hob die bestehenden regionalen Preisanpassungen von Sony hervor und wies gleichzeitig auf die Zurückhaltung des US-Marktes hin, obwohl er letztendlich mit Änderungen rechnet. James McWhirter von Omdia betonte, dass die umfangreiche Produktion von PlayStation in China den US-Zöllen unterliegt, wobei die Entscheidung von Microsoft Sony den Weg zu ähnlichen Anpassungen möglicherweise erleichtern könnte.Trotz des Inflationsdrucks bleiben Analysten zuversichtlich, was die grundlegende Stabilität der Branche angeht. Microsofts anhaltender Übergang zu servicebasierten Modellen und kommende Titel wie GTA 6 bieten einen erheblichen Schutz vor Schwankungen bei den Hardware-Verkäufen.
„Die Xbox-Hardware-Umsätze könnten weiter zurückgehen, aber die Veröffentlichung von GTA 6 im Jahr 2026 dürfte für einen deutlichen Aufschwung sorgen“, prognostizierte Harding-Rolls. Die meisten Analysten rechnen mit stabilen Gesamtausgaben, wenn auch mit einer Verschiebung zwischen Hardware, Vollpreis-Spielen und servicebasierten Ausgaben.
Mat Piscatella von Circana zeigte sich verhalten optimistisch und wies darauf hin, dass Free-to-Play-Ökosysteme davon profitieren könnten, dass die Spieler bei ihren frei verfügbaren Ausgaben selektiver werden. Er betonte die beispiellosen Herausforderungen bei der Prognose angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Volatilität.„Angesichts der gegenwärtigen Unsicherheiten war die Fehlerquote bei Marktprognosen noch nie so groß wie heute“, schlussfolgerte Piscatella und spiegelte damit die allgemeine Vorsicht der Branche angesichts der turbulenten Wirtschaftslage wider.